Sachschaden & Erwerbsschaden

Sachschaden und Erwerbsschaden als Ausprägung von Schadensersatz

 

Sachschaden

Die Regulierung des Sachschadens betrifft den Ersatz für durch die Verletzung beschädigte Sachen – etwa an Kleidung oder Fahrzeug; vorausgesetzt, ein entsprechender Nachweis ist möglich. Bei der Bezifferung von Schadensersatz aufgrund von ärztlichen Behandlungsfehlern dürfte der Sachschaden indes keine wesentliche Rolle spielen.

 

Erwerbsschaden; Verdienstausfall

Indes kommt bei der Bezifferung von Schadensersatz aufgrund ärztlicher Behandlungsfehler bzw. Unfällen dem sog. Erwerbsschaden (Verdienstausfall) des Patienten bzw. Unfallopfer  regelmäßig eine erhebliche Rolle zu. Im Einzelnen ist hierbei zunächst danach zu differenzieren, ob Sie Freiberufler oder Selbstständiger sind, oder ob Sie sich im Beamten- oder Angestelltenverhältnis befinden. Ferner, ob Sie Privatversicherter sind oder in der gesetzlichen Krankenversicherung krankenversichert sind. Als Beamter bzw. Angestellter erhielten Sie lediglich eine Lohnfortzahlung als sog. Entgeltersatzleistungen für einen Zeitraum von sechs Wochen; anschließend  von Ihrer Krankenkasse  das sog. Krankengeld bzw. von Ihrer Rentenversicherung  Verletztengeld  bzw.  Erwerbsminderungsrente.

 

Als Privatpatient erhielten Sie von Ihrer privaten Krankenversicherung Krankengeld, wobei dieses der  Höhe  nach davon abhängt, was Sie in Ihrem Krankenversicherungsvertrag individuell  mit Ihrer Privaten Krankenversicherung vereinbart haben. In jedem Fall dürften Krankengeld, Verletztengeld bzw. Erwerbsminderungsrente  geringer sein als Ihr ursprünglicher Gewinn bzw. Ihr ursprüngliches  Gehalt vor dem Behandlungsfehler. Insoweit haben Sie einen Anspruch auf Schadensersatz in Höhe der entsprechenden Differenz zwischen Krankengeld bzw. Verletztengeld und/ oder Erwerbsminderungsrente zu Ihrem ursprünglichen Gewinn bzw. Gehalt in der Zeit vor dem Behandlungsfehler. Als Beamter oder Angestellter steht Ihnen zudem ein Anspruch auf  das Ihnen vor dem Behandlungsfehler regelmäßig bezogene Weihnachts- und Urlaubsgeld zu.

 

Weiter steht Ihnen neben der Differenz zwischen Krankengeld bzw. Verletztengeld und/ oder Erwerbsminderungsrente zu Ihrem ursprünglichen Gewinn bzw. Gehalt in der Zeit vor dem Behandlungsfehler zu, dass Ihre Steuern und Sozialversicherungsabgaben in der gleichen Weise wie vor dem Behandlungsfehler abgeführt werden.

 

Ferner auch Ihr zukünftiger Verdienstausfall bzw. Gewinn, wenn der Behandlungsfehler dazu führt, dass Sie in der Zukunft Ihrer Erwerbstätigkeit nicht mehr  vollumfänglich bzw. in der gleichen Weise wie vor dem Behandlungsfehler nachgehen können.

 

Dies gilt auch dann, wenn Sie vor dem Behandlungsfehler als Freiberufler oder als Selbstständiger erwerbstätig waren. In diesem Fall wird für die Berechnung Ihres Erwerbsschadens eine Zukunftsprognose über Ihren voraussichtlichen Gewinn angefertigt. In diesem Zusammenhang könnte sodann auch berücksichtigt werden, wenn Sie eine Steigerung Ihres zukünftigen Gewinns aufgrund beispielsweise erst kurz vor dem Behandlungsfehler getätigter Investitionen erwarten.